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Stahlvorfächer selber bauen

26.02.2009 - Von Tom Dörner

Niemals ohne – dieser Leitsatz gilt für mich in Bezug auf Stahlvorfächer!

Ich habe in den letzten Jahren mit diversen Vorfachmaterialien experimentiert, von Mono über Hardmono bis hin zu Fluoro-Carbon war alles dabei, doch letztendlich bin ich immer wieder beim Stahlvorfach gelandet.
Wenn ich nicht gerade im kristallklaren Wasser unterwegs bin, fische ich selbst auf Barsch, oder wenn mit Hechten nicht unbedingt zu rechnen ist, ein metallisches Vorfach, denn in punkto Abriebfestigkeit und Haltbarkeit ist Stahl jedem anderen Vorfachmaterial überlegen. Ich versichere Ihnen, Sie fangen damit nicht einen Fisch weniger!

Selbstverständlich sind die Zeiten von Kunststoff ummantelten, dicken Drähten längst passé, bei mir kommt ein sehr geschmeidiges brüniertes Sevenstrand, also ein aus sieben einzelnen Fäden verflochtenes Stahlvorfach zum Einsatz, meistens in einer Stärke von 15 Lb was einer Tragkraft von 6-8 Kg entspricht. Dieses Material ist flexibel genug, um den Lauf des Köders nicht negativ zu beeinflussen und es ist auf der 20m Spule relativ kostengünstig zu bekommen.
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Beim Kauf der einzelnen Komponenten wie Vorfachmaterial, Quetschhülsen (Größe 0-1), Tönnchenwirbel und Karabiner sollten sie unbedingt auf beste Qualität achten. Nichts ist für Sie so ärgerlich, wie ein durch qualitativ schlechtes Material verlorener Fisch. Darüber hinaus sollten Sie auch immer an die Kreatur Fisch denken, für die ein im Schlund abgerissener Köder zumeist ein qualvolles Ende bedeutet.

Achten Sie bitte darauf, dass der Karabiner groß genug gewählt wird, damit das Spiel des Köders nicht beeinträchtigt wird, es empfehlen sich so genannte Duolock- oder Crosslock-Karabiner. Haben sie bitte auch keine Angst vor hohen Tragkraftangaben bei den Tönnchen, denn auf diesen lastet eine hohe Belastung im Drill. Sehr empfehlenswert ist das Zubehör von VMC.

Das eigentliche Herstellen der Vorfächer ist kinderleicht. Sie benötigen dazu nur die eben genannten Bauteile, eine scharfe Schere, eine Fünfpunkt-Quetschhülsenzange, sowie eine nicht mehr benötige Schnurspule mit einem Gummi, um die Vorfächer zu fixieren.

Zunächst schiebe ich eine Quetschhülse auf das Vorfachmaterial. Als nächstes fädele ich den Tönnchenwirbel auf und schiebe das Ende des Stahlvorfachs durch die Quetschülse, so dass eine Schlaufe entsteht. Das überstehende Ende des Vorfachs schiebe ich nun noch einmal zurück durch die Quetschülse, so dass nichts mehr übersteht. Insgesamt wurde das Vorfachmaterial nun dreimal durch die Hülse gezogen. Anschließend wird die Quetschhülse von beiden Seiten mit der Zange festgedrückt. Eine kurze Zugprobe, mit der ich prüfe ob alles gut hält, schließt den ersten Arbeitsvorgang ab. Im Anschluss messe ich das Vorfach ab, ich verwende standardmäßig eine Länge von etwa 40cm.
Mit der Schere schneide ich das Vorfach auf die gewünschte Länge zu und wiederhole den zuvor beschriebenen Arbeitsschritt auf der anderen Seite des Vorfachs, nur dass ich jetzt keinen Tönnchenwirbel, sondern einen Karabiner auf die Schnur auffädele.
Noch einmal eine kurze Zugprobe und fertig ist das selbstgebaute Stahlvorfach.

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Wenn ich auf diese Art und Weise einige Vorfächer produziert habe, wickele ich diese auf die Spule auf, dabei hänge ich die Vorfächer jeweils mit dem Karabiner in das Tönnchen vom vorherigen Vorfach, so dass eine lange Kette entsteht.
Zum Schluss fixiere ich die verketteten Vorfächer noch mit dem Gummi auf der Schnurspule und habe auf diese Weise immer einen größeren Vorrat an Vorfächern, die sich nicht verdrehen, oder verknicken können am Wasser.


Tipp: geht es gezielt auf Hechte, oder auf kapitale Raubfische, sollte das Material natürlich entsprechend robuster gewählt werden. Außerdem sollten die Vorfächer auch länger gewählt werden, da sich große Hechte gerne in das Vorfach eindrehen und schnell die geflochtene Hauptschnur beschädigen können.
Grundsätzlich gilt immer: Vorfachmaterial auf Hauptschnur und Gerät abstimmen - So leicht und klein wie möglich, aber so robust wie nötig!