Von Fliegen und Fischen
Nachbericht zum 2. Flifi-Event der Angelfreunde an der Sieg
Von Tom Dörner
25.03.2010 Hövels - Noch heute schlägt mein Herz ein paar Takte schneller, wenn ich mich an meinen ersten Besuch bei meinem Angelfreund Robert Pijnacker erinnere. Robert bewirtschaftet einige kleinere Bäche und ein recht langes Stück Sieg im Westerwald.
Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag, fast als wäre es gestern gewesen. Mit Spinn- und Fliegenrute durfte ich damals regelrechte
Sternstunden auf Forelle und Saibling erleben.
Getragen von meiner Begeisterung für diese traumhaft schönen Gewässer, wurde die Idee geboren, dieses Event auch in diesem Jahr, allerdings in einem etwas größeren Rahmen, für die Angelfreunde gemeinsam mit Robert am 20.03.2010 zu organisieren. Bevor ich näher davon berichte, möchte ich mich ganz herzlich bei Robert bedanken, dass ich mit ihm zusammen auch in diesem Jahr wieder so eine tolle Veranstaltung organisieren durfte.

Und auch in diesem Jahr gibt es wieder viel zu erzählen: Dieses mal entschieden wir uns, ausschließlich mit der Fliegenrute zu fischen. Die Veranstaltung sollte sich aber nicht nur an Profis wenden, sondern auch Einsteiger wurden ausdrücklich eingeladen. Und dass wir damit genau richtig geplant hatten, ließ sich bereits an der Anzahl der Anmeldungen im Vorfeld erahnen. Besonders schön war es, dass sich auch einige Profis aus der Fliegenfischerszene angekündigt hatten. So baten sich unter anderem Torsten Rühl von der Fliegenfischerschule Niederrhein und Sven Osterman, der eine über 25 jährige Karriere als erfolgreicher Fliegenfischer verfügt an, kostenlose Wurfkurse zu geben und stellten darüber hinaus auch umfangreiches Gerät und Watbekleidung zum Ausprobieren zur Verfügung.

Da wir für die Angelfreunde von weiter her auch Übernachtungsmöglichkeiten in einem nahegelegenen Hotel organisiert hatten, war bereits zu Beginn der Veranstaltung früh morgens an der Landstraße in Hövels ein Bild zu sehen, dass diese Gegend nur selten erlebt. Es bildete sich eine regelrechte Autoschlange und es konnten zahlreiche Fliegenfischer fachsimpelnd beobachtet werden.
Im Laufe des Tages sollten insgesamt sogar über 30 Teilnehmer zusammenkommen.

Und während die Einsteiger mit unseren Profis erste Wurfübungen machten, konnte es die Vielzahl der Teilnehmer kaum noch erwarten, endlich ans Wasser zu kommen. So verteilten sich die Angelfreunde schnell auf die unterschiedlichen Gewässerabschnitte.
Schnell stellte sich allerdings heraus, dass es an diesem Tag kein einfaches angeln werden würde, denn es hatte in den letzten Tagen stark geregnet und die Sieg war über Nacht stark angeschwollen und die Pegelstände gingen nach oben.
Nichts desto trotz waren wir frohen Mutes, aus der hervorragend besetzten Siegstrecke die ein oder andere Bachforelle herauskitzeln zu können.

Und so wurde vorsichtig in die heftige Strömung gewatet und die Fliegenschnüre sausten durch die Luft. Umso schöner war es dann auch für mich, dass ich nach einigen Würfen eine kampfstarke Rotgetupfte am Band hatte, die mir einen tollen Drill bereitete. Als erfolgreiches Muster stellte sich wieder einmal ein orangefarbener Streamer heraus, mit dem ich bereits im Vorjahr recht erfolgreich war.

Einige Meter oberhalb meines Angelplatzes stand Angelfreund und Lokalmatador Rainer bis zum Bauch im Wasser und fischte eine Drift nach der anderen mit seiner „Spezialtaktik“, der Trockenen - nass gefischt. Etwas später war auch er erfolgreich und durfte eine Bachforelle zu einem kurzen Fototermin vor die Linse seiner Kamera halten.

Nach diesen Fängen und nach dem Verlust meines „geliebten“ Streamers gönnte ich mir eine kurze Pause von der starken Strömung und besuchte die Angelfreunde auf der Übungswiese, die noch immer unter fachkundiger Anleitung von Sven ihre Wurftechnik verfeinerten.
Da fiel mein Blick auf Torsten und seine „mobile Bindestation“. Dieser Ausdruck ist eigentlich noch untertrieben, denn Torsten hatte nicht nur Leihgerät samt einer riesigen Palette Fliegen mitgebracht, er hatte sogar eine regelrechte Fliegenmanufaktur im Kofferraum.

Kurzerhand erklärte er sich bereit, mir mein verlorenes Muster (sogar in verschiedenen Varianten) nachzubinden. Noch einmal ein ganz großes Dankeschön für diesen klasse Service - Zumal ich mit diesem Streamer im Nachgang noch einige schöne Bisse erhielt und eine weitere Bafo landen konnte.
Nun wurden auch von den anderen Streckenabschnitten Fänge gemeldet. Hier gingen sowohl Bachforellen, als auch Regenbogenforellen ans Band. Erfolgreiche Muster waren neben den oben genannten, sowohl diverse Nymphen, also auch Wooly Bugger in verschiedenen Farben.

Nach einer kurzen Pause ging es dann wieder ins Wasser. Dieses mal stieg ich ein kleines Stück weiter stromab ein und wäre zwischenzeitlich „fast weg gewesen“, als ich in der noch stärker gewordenen Strömung plötzlich in einen ausgespülten Gumpen trat… gerade noch mal gut gegangen!
Unter einem überhängenden Baum erhielt ich wenig später einen vehementen Biss, doch die Forelle konnte sich nach kurzem, aber heftigen Drill befreien. Nach einigen weiteren Würfen konnte ich die Rotgetupfte dann aber doch noch zu einem kurzen Landgang überreden.

Nachdem nun wieder etwas stärkerer Regen einsetzte und an der Sieg nichts mehr ging, entschied sich die Gruppe, an die Wisser zu wechseln, bzw. in einer nahe gelegenen Gaststätte zu Mittag einzukehren. Ich gehörte zur zweiten Gruppe und so stärkten wir uns bei leckeren Schnitzeln, Currywürsten, oder einem „strammen Max“.
Da ich am Nachmittag noch Termine hatte, trat ich bereits den Heimweg an, während ein größerer Teil der Gruppe nun die Wisser befischte. Auch hier herrschte starkes Hochwasser. Dennoch wurde hier sogar noch besser gefangen, als an der Sieg und es gingen noch einmal zahlreiche Fische ans Band. Leider gibt es davon aber keine Fotos, da diese Fischerei bis auf ganz kurze Pausen im Dauerregen stattfand.
Abschließend kann ich nur sagen, dass es auch in diesem Jahr wieder ein tolles Event war und ich möchte mich bei allen Teilnehmern für das zahlreiche Erscheinen ganz herzlich bedanken. Mir hat es wieder sehr viel Spaß gemacht und die schönen gefangenen Fische haben den Tag wunderbar abgerundet, auch wenn es sehr feucht war – sowohl von unten, als auch von oben.
Ich bin mir sehr sicher, dass wir dieses Gewässer nicht zum letzten Mal befischt haben, sofern Robert wieder Lust hat, eine solche Veranstaltung mit den Angelfreunden durchzuführen.
Der ein oder andere Angler, der noch keinen Fisch überlisten konnte, ist bestimmt genau so heiß darauf, wie derjenige der nun durch die ersten Bafos „angefixt“ wurde.
Und wenn ich ganz genau hinhöre, habe ich bereits erste leise Rufe nach einer baldigen Wiederholung dieses Events flüstern hören… Ich freue mich schon darauf!