Der Fisch der 1000 Würfe?
…manchmal wollen die Zander hart erarbeitet sein.
Von Tom Dörner

22.06.2009 Duisburg - Die Meerforelle gilt allgemein oft als der Fisch der 1000 Würfe. Doch wer sagt eigentlich, dass es die Meerforelle ist, für die wir Angler so oft die Rute schwingen müssen?
Zumindest habe ich zum Start der Zandersaison 2009/2010 den Eindruck, als hätte der Zander diese Bezeichnung viel eher verdient.
Vor allem durch die andauernden Wetterschwankungen seit Ende der Schonzeit scheint es den Glasaugen immer wieder das Maul zu vernageln.
Der Wettercocktail bestand zunächst aus sehr warmem Wetter, danach gab es kalten Nordwind, gefolgt von warmem Wetter mit einem erneutem Temperatursturz und unwetterartigen Regenfällen im Anschluss.
Nicht einfach, bei diesem Wetter überhaupt noch beißwillige Zander zu finden und so war es nicht verwunderlich, dass Angler aus allen Teilen der Rubrik schlechte Fänge in den ersten Juniwochen meldeten.

Und in der Tat gab es nach den
Fängen vom ersten Juni tatsächlich erst einmal einige Schneidertage, da sich die Fische in sehr tiefes Wasser zurückgezogen hatten. Da ja bekannterweise am Rhein und im Duisburger Hafen das Angeln vom Boot aus verboten ist, hieß es die tiefen Stellen zu suchen und tatsächlich stellten sich hier die ersten Fänge ein, auch wenn es zumeist die kleineren Fische waren, die wir auf unseren Touren erbeuten konnten.

Im Folgenden bestand die Taktik vor allem darin, in den kurzen Phasen am Wasser zu sein, in denen das Wetter einigermaßen stabil war. Außerdem zeigte sich immer mehr die Abenddämmerung als beste Angelzeit, wie es in dieser Jahreszeit normalerweise auch üblich ist. Jedoch halten sich die Fische nicht wie gewohnt in den flachen Buhnenfeldern auf, sondern die meisten Fische gehen immer wieder an steil abfallenden Uferkanten in tiefem Wasser an den Haken, während Angler in den Flachwasserbereichen meistens Schneider bleiben.

Mit dieser Taktik ließen sich in den letzten Tagen dann unsere stacheligen Freunde auch schon wesentlich konstanter überlisten und die Schneidertage werden aktuell immer seltener - auch wenn nach wie vor jeder Fisch hart erarbeitet sein will.

Zumeist sind es derzeit zwar viele kleinere Fische, aber wir fangen die Stachelritter nun wieder relativ konstant. Mittlerweile gehen auch schon wieder vorzeigbare Exemplare an den Haken und auch wenn es noch nicht ganz das sonst so gewohnte erstklassige Angeln in unseren Revieren ist, so boten sich in den letzten Tagen doch viele schöne Momente am Wasser und ich bin voller Hoffnung, dass mit stabileren Wetterlagen die Zander in den nächsten Tagen immer besser beißen und sich die Fänge wieder steigern werden.

In diesem Sinne freue ich mich auf die nächsten Touren mit euch und wünsche euch viel Petri Heil für jeden hart erarbeiteten Zander in dieser Saison. Humor ist, wenn man trotzdem lacht!