Die Zukunft der Meerforelle
Angelfreunde zu Besuch bei einer Meerforellen-Aufzuchtstation in Schleswig-Holstein
Von Stephan Mohr

21.02.2009 Schleswig-Holstein - Angelfreunde auf Erkundungstour.
Nach der freundlichen Einladung eines unserer Mitglieder bin ich zusammen mit Dennis Phil Hansen zu einer Meerforellen-Aufzuchtstation in Schleswig-Holstein gefahren. Die Namen der Betreiber und Ort der Anlage möchte ich an dieser Stelle nicht erwähnen, da sich schon des Öfteren „ungebetener“ Besuch an der Anlage zu schaffen gemacht hat.
Los ging es heute Morgen um 10:15 Uhr und wir wurden erst einmal sehr herzlich von den Betreibern der Anlage in Empfang genommen. (Vielen Dank für die Brötchen und den leckeren Kaffee!).
Nach kurzer Begrüßung ging es dann schon ins Herzstück der Anlage,

in dem sich derzeit ca. 40000- 50000 kleine Meerforellen tummeln.
Die Mitglieder dieses sehr aktiven Vereins fischen seit 2002 jedes Jahr Ihre Fließstrecken mittels Strom ab, um die aufgestiegenen Meerforellen abzustreifen. Die befruchteten Eier werden dann liebevoll in den Brutbecken aufgepäppelt.
Bei einer Wassertemperatur von ca. 8°C - 9°C in den Becken dauert es ungefähr 50 - 60 Tage bis die Brut schlüpft. Zuerst leben die kleinen Meerforellen als „Selbstversorger“ durch Ihren Dottersack, wenn dieser aufgebraucht ist werden sie noch 1 Woche mit einem speziellen Forellenfutter gefüttert.

Danach werden die Kleinfische wieder in die Freiheit entlassen und sind auf sich allein gestellt. In der Hoffnung, dass sie in ein paar Jahren als kräftige Aufsteiger wiederkehren und erneut für Nachwuchs sorgen… so schließt sich der Kreis.
Die Anlage wird über ein Kreislaufsystem und eine Filteranlage mit Frischwasser gespeist. So ist gewährleistet, dass sich keine ungewünschten Bakterien z.B. durch den anfallenden Kot einschleichen und die Brut schädigen können. In diesem Stadium sind die Forellen nämlich besonders anfällig.

Leidenschaftlichen Anglern wie diesen haben wir es zu verdanken, dass wir heutzutage wieder gezielt auf diese Fische angeln können und dass sich der vor einigen Jahren stark geschwächte Bestand wieder erholt.
Aufgrund der heute oft ungünstigen Fortpflanzungsbedingungen wie Begradigungen von Bächen und Flüssen, fehlenden Kiesstrecken zur Eiablage etc. ist es leider nötig, dass der Mensch den Forellen bei der Nachkommenschaft hilft. Man möge hoffen, dass die Gewässer in einigen Jahren so weit renaturiert sind, das sich der Bestand der Meerforelle gänzlich von selbst reproduziert.
„Nebenbei“ züchtet sich der Verein auch noch seinen eigenen wunderschönen Bachforellennachwuchs heran, wie man auf den Fotos der Elterntiere sehen kann. Ich muss zugeben, dass ich von der Farbigkeit der Rotgetupften wirklich überwältigt war.

Nach einer norddeutschen Klönschnackrunde im Vereinshaus ging es noch zur Fütterung der Regenbogen- und Bachforellen in den Aufzuchtbecken, wo wir uns dann gegen 13:00 Uhr voneinander verabschiedeten.
Im nächsten Winter kommen wir wieder und werden uns das E-Fischen und das Abstreifen der Fische ansehen- darauf freuen wir uns schon heute!
Ich möchte mich nochmals, bei unserem Angelfreund und beim Vereinsvorstand für diese eindrucksvolle Führung bedanken!