Oh du schöner Westerwald
Sternstunden auf Forelle und Saibling an der Sieg
Von Tom Dörner
19.05.09 Duisburg - Mein Angelfreund Robert Pijnacker ist Pächter einer ca. 6Km langen Siegstrecke, im Westerwald bei Niederhoevels. Daher freute es mich sehr, dass Robert einige Angelfreunde und mich über Ostern an seine tollen Gewässer zum Spinn- und Fliegenfischen einlud - eine Einladung, der ich sehr gerne folgte.
Bereits während der Anfahrt war ich begeistert von der unglaublich schönen Natur rund um die Angelstrecke. Als ich die letzten Kilometer bis zum vereinbarten Treffpunkt bereits parallel zur Sieg fuhr, schlug mir das Herz fast bis zum Hals und ich konnte es kaum noch erwarten, endlich ans Wasser zu kommen.
Doch selbstverständlich erhielt ich vom sympathischen Niederländer Robert erst einmal noch eine ausführliche Einweisung in die besten Köder und Tipps zur Köderführung, denn keiner kennt seine eigene Strecke besser, als er selbst.

Der größte Teil der Siegstrecke ist dem Fliegenfischen vorbehalten, es gibt aber auch einen Bereich, an dem sowohl das Spinnfischen, als auch das Fliegenfischen erlaubt ist. Da dieser Bereich an einer vielversprechenden Rausche beginnt, sollte es zuerst mit Spinnködern losgehen. In nur kurzer Zeit waren die Ruten montiert und Robert und ein weiterer Angelfreund begannen gleich mit den ersten Würfen, während ich noch meine Fotoausrüstung bereitmachte und die tolle Landschaft und die Angelstelle knipste.

Doch was war das? Bereits nach wenigen Würfen befanden sich doch tatsächlich beide Angler im Doppeldrill und nur wenig später konnten die ersten beiden Bachforellen zum Landgang überredet werden. Ich traute meinen Augen kaum und begann sofort beigeistert, die schönen Fische zu fotografieren, bevor sie wieder in ihr Element entlassen wurden.
Noch vollkommen beeindruckt von diesem schnellen Fangerfolg, schaute ich mir begeistert die Aufnahmen auf der Kamera an, während der nächste Angelfreund schon wieder eine Salmonide am Band hatte. Ich konnte es

kaum glauben und musste jetzt endlich selbst ins Geschehen eingreifen und nach nur wenigen Würfen erhielt auch ich den ersten vehementen Biss eines Fisches, der weitaus besser kämpfte, als die Bachforellen zuvor.
Als sich der Fisch an der Oberfläche zeigte, hörte ich beide Angelkollegen wie aus einem Munde rufen „Saibling“ und tatsächlich konnte ich nur wenig später ein prächtigen Bachsaibling landen. – Der geht mit, hörte ich meine Mitangler begeistert rufen und ich freute mich in Gedanken auf den Genuss aus der Räuchertonne.
Was im Folgenden passierte, lag jenseits von allem, was ich mir im Vorfeld erträumt hatte, denn wir fingen nun eine Bachforelle nach der anderen und noch einige schöne Saiblinge. Was für ein Hot-Spot!

Wenn es eine Definition für eine anglerische Sternstunde geben sollte, dann haben wir diese wohl an diesem Tag erlebt und nur wenige Zeit später, bahnte sich der nächste Höhepunkt an.
Eine kapitale Regenbogenforelle von über 60cm biss auf den Spinner unseres Angelkameraden und nach einem spannenden Drill konnte der wunderschön gefärbte Fisch zu einem kurzen Fototermin an Land gebeten und abgelichtet werden. Für einen Moment verlor ich das Gefühl für Raum und Zeit, man konnte wirklich meinen, wir wären gerade in Canada und nicht mitten in Deutschland, an der Sieg.

Wenn ich doch nur auch so einen Fisch ans Band bekommen würde… in Gedanken wechselte ich meinen Köder und sagte noch im Scherz, „der ist für die Großen“ – doch mein Traum sollte tatsächlich wahr werden: Nur wenig später durfte auch ich eine kapitale Regenbogenforelle drillen!

Der Fisch kämpfte lebhaft und ich musste einige temperamentvolle Sprünge parieren und in einem Herzschlagfinale verlor ich den Fisch, einen Bruchteil kurz vor der Landung im Uferbereich, aber nur wenig später wurde ich dann noch einmal mit dem Fang einer wunderschönen und prallrund gefressenen Rotgetupften belohnt.
Noch vollkommen berauscht von den Fangerlebnissen schlug Robert vor, erst einmal eine kleine Pause zu machen und mir noch einige andere schöne Stellen seiner Strecke zu zeigen und mir etwas über sein Gewässer zu erzählen.

Aufmerksam lauschte ich Robert, der mir mit großer Leidenschaft von den letzten Jahren der Gewässerbewirtschaftung erzählte. Robert ist nicht nur ein begeisterter Angler, er hat sich auch zum Ziel gesetzt, viele heimische Fischarten in seinen Gewässern wieder anzusiedeln. Die große Liebe zur Natur und die viele Zeit, die er dafür investiert, sieht man der Sieg an dieser Stelle wirklich an. Ich glaube, das darf ich hier sagen, Robert ist eigentlich ein eher stillerer Zeitgenosse, aber wenn man ihn in seinem Element erlebt, dann spürt man seine Liebe und seine Beigeisterung zur Natur.
Schließlich entschieden wir uns, noch einmal zum Anfangsspot zurückzukehren, um ein wenig die Fliegenrute zu schwingen. Zügig wurden die Nymphen und Bissanzeiger montiert und das muntere Beißen sollte direkt weitergehen. Vor allem die farbigen Bissanzeiger wurden immer wieder heftig attackiert, weshalb ich mich entschied, auf einen Streamer in orange zu wechseln und auf den Bissanzeiger zu verzichten. Eine Gute Entscheidung, wie sich herausstellte, denn wieder glitt eine Forelle nach der anderen in meinen Watkescher, während Robert weiterhin auf Nymphe zahlreiche Saiblinge verhaften konnte.

Nachdem ich insgesamt fast 20 Salmoniden gefangen hatte und als zum Mittag dann das Beißen (endlich) etwas nachließ, berichtete mir Robert von seinen weiteren Gewässern. Ja, Sie haben richtig gelesen, weitere Gewässer!
Und wieder lauschte ich Robert, als er mir von seinen weiteren kleinen Bächen berichtete, die er neben der Sieg noch bewirtschaftet. Er lies mir die Wahl zwischen Wisserbach, Holperbach und Ellingerbach, die er ebenfalls mit heimischen Fischarten besetzt.

Wir entschieden uns für die Wisser und standen nach nur kurzer Anfahrt an einem kleinen Bach. „Da ist Fisch drin?“, fragte ich unglaubwürdig, als ich auch schon durch meine Polbrille die ersten Saiblinge, Döbel und Bachforellen sehen konnte. „Äschen sind auch noch drin“, sagte Robert mit einem Lächeln und so pirschten wir uns vorsichtig an das Fischwasser, um mit der Trockenfliege noch den ein, oder anderen Fisch auf Sicht zu erwischen. Robert legte tatsächlich vor und auch ich konnte noch einen kleinen Döbel erwischen, der auf meine Trockene stieg. Was für ein Abschluss!

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für den unglaublich tollen Angeltag bei Robert bedanken. Du warst ein super Gastgeber und ich freue mich schon jetzt wieder auf das nächste Mal, wenn ich dich besuchen und wieder an deinen tollen Gewässern fischen darf!
Solltet auch ihr einmal an Roberts Bächen den Salmoniden nachstellen wollen, erfahrt ihr hier mehr:
Robert Pijnacker
www.pijnacker.org
info@pijnacker.org