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Klicken für Großansicht Gute Zander zu später Stunde
Mit den ersten Boten des Herbstes kommen die Zander in Fahrt

Von Tom Dörner

18.08.2009 Duisburg - Nichts ist so beständig, wie die Unbeständigkeit. So, oder so ähnlich könnte das Motto dieses Sommers lauten. Ich kann mich kaum an einen Raubfisch-Sommer erinnern, in dem das Wetter so häufig wechselte, wie in diesem Jahr.
Da Zander zu den Fischen gehören, die auf Grund ihrer Biologie bei schwankenden Luftdruckwerten großem Stress ausgesetzt sind und häufig das Fressen einstellen, wenn Wetterkapriolen über das Land ziehen, ist es nicht verwunderlich, dass die Raubfischangler zu Beginn der Saison nach der Schonzeit in fast allen teilen Deutschlands über schlechte Zanderfänge klagten.
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Hinzu kommt, dass der Rhein fast permanent Niedrigwasser führte und dass das Wasser in diesem Jahr außergewöhnlich klar ist. Oft kann man auch ohne Polbrille problemlos einen bis anderthalb Meter tief sehen, mit einer Polarisationsbrille häufig noch tiefer.
Durch die niedrigen Wasserstände waren in den letzten Wochen im Hafen so gut wie keine Fänge zu machen. Lediglich einige gute Barsche konnten erbeutet werden, ich berichtete davon bereits im Juli.
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Als vor einigen Wochen jedoch einmal kurzfristig der Wasserstand stieg, wendete sich das Blatt. An einem späten Nachmittag mit einem trüben Himmel konnte ich bei relativ trübem Wasser in einer tief ausgespülten Rinne innerhalb einer Stunde am Niederrhein gleich vier Zander deutlich oberhalb der 70 Zentimeter-Marke erwischen. Die Stachelritter nahmen dabei die Gummifische teilweise so aggressiv, dass diese vollständig zerfetzten und die Kopytos sahen dabei fast so aus, wie nach einer Großhechtattacke.
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Außerdem konnte ich erstmals in dieser Saison einen schönen Zander in der Dämmerung auf einen Wobbler erbeuten, normalerweise zu dieser Jahreszeit eine der erfolgreichsten Angelmethoden, bis dahin aber nicht sonderlich erfolgreich.
Ab diesem Zeitpunkt stabilisierten sich die Fänge am Rhein stromab Duisburg zunehmend, auch wenn der Wasserstand bald wieder fiel und die Trübung des Wassers bald wieder abnahm.
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Recht schnell stellte sich heraus, dass die beste Angel- und Fangzeit vom späten Nachmittag bis in die vollständige Dunkelheit hinein reicht. Tagsüber scheinen die Fische das Fressen so gut wie einzustellen und stehen mitten in der harten Strömung, unerreichbar für uns Angler insbesondere deshalb, weil das Angeln im Nordrhein-Westfälischen Rhein vom Boot aus verboten ist.
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Nachmittags sind es zumeist die kleineren Exemplare, die bevorzugt auf Köder mit Perlfarben hereinfallen. Bei dem klaren Wasser, oder dem oft sehr hellen Himmel sind Köder in natürlichen Farben zu dieser Tageszeit am Erfolgreichsten. Generell gilt: Tiefe Stellen suchen, denn dort halten sich die Zander tagsüber auf. Mit dieser Strategie konnte Gast und Angelfreund Henning auf einer unserer Niederrhein-Touren seinen ersten Zander überhaupt überlisten. Petri Heil Henning! Klicken für Großansicht

Zum Abend hin fangen wir dann vermehrt auf Flouo Farben. Erstaunlich dabei ist, dass die Zander selbst bei vollkommener Dunkelheit zwar auch auf Rasselwobbler an der Oberfläche, wie hier bei Angelfreund Peter zu fangen sind - die Glasaugen beißen aber vor allem auch auf Gummifische am Grund und im Mittelwasser.

Gerade die größeren Exemplare kommen derzeit recht spät am Abend in Ufernähe und steigen oft erst im letzten Licht der Dämmerung, oder bei vollkommener Dunkelheit ein. Wichtig ist, dass der Köder über eine ausgeprägte Aktion und ein lebendiges Spiel verfügt, damit er über das Seitenlinien-Organ der Fische wahrgenommen werden kann. Mein Lieblingsköder, der Kopyto River in 4 Zoll von Relax eignet sich hervorragend für diese Angelei und bescherte mir teils hammerharte Bisse und richtig schöne Zander.

Klicken für Großansicht Alles in Allem kann man sagen, dass das Spinnfischen auf Zander in diesem Sommer alles andere als einfach ist. Wer aber die Natur aufmerksam beobachtet, stellt fest, dass der Sommer noch nicht ganz vorbei ist, das Laub verfärbt sich jedoch bereits und die ersten Blätter fallen. Diese Anzeichen sind es, die den Herbst ankündigen und mit dem nahenden Herbst kommen auch die Räuber wieder in Stimmung.
Noch immer muss jeder einzelne Fisch hart erarbeitet werden, man spürt aber bereits jetzt schon vereinzelt den Hunger, den die Fische zu haben scheinen – das lässt auf einen wahrhaft goldenen Raubfisch-Herbst hoffen!