Und wenn das 5. Lichtlein brennt...
Spinnfischen im „Winterloch“
Von Tom Dörner
17.01.2010 Duisburg - Ich erlebe den Winter immer wieder mit gemischten Gefühlen. Zum Einen ist es draußen nass und kalt, ständig muss man schauen, dass einem die Rutenringe nicht einfrieren und die Fische wollen über die größte Zeit des Tages auch nicht so richtig beißen, da sie nun den Stoffwechsel heruntergefahren haben und bis auf wenige kurze Fressphasen faul auf dem Grund kleben.

Auf der anderen Seite ist da das ständige Kribbeln in den Fingern, denn auch wenn ich es mir am Liebsten zu Hause auf dem Sofa gemütlich machen möchte, weiß ich es ganz genau: Jetzt im Winter hat man die besten Chancen auf einen richtig strammen Zander.

Da werden dann auch gerne mal die Feiertage zwischen Weihnachten und Neujahr genutzt, um mal eben schnell dem Duisburger Hafen einen kurzen Besuch abzustatten.
Und weil die Fänge im alten Jahr bis Weihnachten recht gut waren, soll sogar der ein oder andere Angelfreund noch an Heilig Abend am Wasser gesichtet worden sein.
Kein Wunder, bissen doch immer wieder schöne Stachelritter und waren die Bedingungen doch ideal.

Doch leider sollte es nicht so bleiben und über Weihnachten kam erstmal ein kräftiges Hochwasser, das den Rhein in eine trübe Brühe verwandelte und selbst tief im Hafeninnern sah das Wasser aus, als wäre ein Kind in eine Pfütze getreten. Kein Wunder, dass es da den Glasaugen erstmal die Mäuler vernagelte.

Als dann auch noch die Temperaturen schlagartig in den Keller fielen, fehlte eigentlich nur noch eins: Schnee – Und der kam dann auch. Und das nicht zu knapp!

Also konnte man den Jahreswechsel beruhigt mit der Familie verbringen, denn überspülte Spundwände und tief eingeschneite Ufer, gepaart mit kräftigen Minusgraden, bedeuten Rahmenbedingungen, die selbst den härtesten Schlechtwetterangler zu Hause bleiben ließen.
Nach dem Wetterwechsel, der steigende Temperaturen und Regen mit sich brachte, sollte dann jedoch an diesem Wochenende endlich der Startschuss in das neue Raubfischjahr fallen und der erste Vormittag am Wasser wurde geplant.

Von der Winterlandschaft der letzten Wochen war nichts mehr zu sehen und der Himmel glich einer Waschküche. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, wir hätten Herbst.
Und dennoch ging es gleich mit einem Paukenschlag los. An einem Warmwassereinlauf gab es noch in der Morgendämmerung beim ersten Wurf einen heftigen Biss. Leider verabschiedete sich der Fisch nach einigen dumpfen Kopfstößen – das war ein Großer!
Nach einigen weiteren Würfen gab es dann aber den ersten Erfolg und der erste Zander 2010 durfte für einen kurzen Fototermin den Gang vor die Linse antreten. Ein großes Petri Heil an den Fänger Henning Horn aus Duisburg, der extra den Weg aus Bochum angetreten war, um seine Zandersaison gemeinsam mit mir im Duisburger Hafen zu eröffnen.

Da es zwischenzeitlich anfing zu regnen, entschlossen wir uns, uns zunächst bei einem heißen Kaffee aufzuwärmen und dann die Stelle zu wechseln. Diese Taktik sollte sich auszahlen, denn wieder war es Henning, der dieses Mal einen strammen Ü-60 Zander verhaften konnte.
Leider jedoch ohne Fangbild, denn unglücklicherweise entglitt der Fisch nach einem Ausrutscher auf der regennassen Uferbefestigung und machte sich schnell wieder aus dem Staub.
Den Abschluss des Tages machte dann noch ein heftiger Fehlbiss an meiner Rute, den ich erhielt, als ich vor der Spundwand den Köder einfach nur über den Boden schleifte.
Nach dem heftigen Wintereinbruch der letzten Wochen war es heute der erste (halbe) Angeltag im neuen Raubfischjahr 2010 - und gleich ein ordentlicher mit einigen guten Fischkontakten!
Momentan beißen die Fische sehr spitz, man fängt nicht viele Fische, dafür hat man jetzt sehr gute Chancen auf einen Großen, denn aktuell scheinen vor allem die besseren Einzelfische zu beißen.
Der fängigste Köder war heute übrigens der
Kopyto River in 4’’ in der Farbe Reinweiß mit gelbem Rücken.
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hier.