Ist der erste Fisch ein Barsch...
...stimmt ja garnicht!
Von Tom Dörner
15.07.2009 Duisburg - Ist der erste Fisch ein Barsch, ist der Angeltag...
Es gibt wohl kaum einen Angler, der diesen Spruch nicht kennt. Doch was ist dran an dieser Weisheit? Aus meiner Sicht: garnichts!
Zwar mag es Situationen beim Angeln geben, in denen diese Aussage durchaus zutrifft, zum Beispiel beim Ansitzangeln auf Weißfische, aber gerade für uns Spinnfischer können Flussbarsche sogar mehr sein, als nur eine willkommener Beifang. Gerade an Tagen, an denen die Zander, oder Hechte nicht so beißen wollen, wie wir uns das wünschen, können Barsche die Rettung für einen mißglückten Angeltag darstellen!

Und dabei ist das Fischen auf die kleinen Stachelritter garnicht so schwierig wie man denkt, denn an den typischen Standorten, an denen wir die Zander suchen, stehen häufig auch die kleinen gestreiften Räuber. Neben Steinpackungen, Hafeneinfahrten, Einmündungen, oder Buhnenfeldern, sind es vor allem immer wieder auch Hafenbecken, in denen sich teiweise sehr stattliche Exemplare finden lassen, aber auch in Kanälen und besonders dort, wo sich die Struktur ändert, lassen sich Flussbarsche erbeuten.
Sicherlich haben Sie auch schon von so genannten Barschbergen gehört?

Richtig, dass sind Erhebungen unter Wasser, an denen die Stachler gerne stehen, um sich ein paar Kleinfische einzuverleiben. In Seen sind diese Erhebungen ohne eine gute Gewässerkenntnis, oder ein Echolot meist nur schwierig auszumachen, am Ufer verraten sich diese Stellen durch Steinanhäufungen, die sich dann unter Wasser weiter fortsetzen. Diese Stellen bieten zwar immer ein hohes Hängerpotenzial, aber Sie können sicher sein, dass sich hier immer ein paar Glasaugen tummeln, die sie direkt an den Kanten, oder über den Steinen verhaften können.

Haben Sie die Barsche erst einmal gefunden, geht es häufig Schlag auf Schlag, denn die Barsche rauben im Schwarm. Allerdings ist Geschwindigkeit angesagt, denn Perca ist genau so schlau wie gierig! Genau so schnell wie es begonnen hat, ist es dann auch wieder vorbei. In der Regel gilt: Je größer der Barsch, desto kleiner der Schwarm. Ähnlich wie bei Zandern sind die großen Exemplare oft Einzelgänger, die jedoch immer wieder in der Nähe kleinerer Barsche zu finden sind, denn Barsche sind Kannibalen und verspeisen ihre kleineren Artgenossen nur zu gerne. Deswegen fische ich gerne auch Köder, die genau diese Reize bedienen, sprich die Farbe Rot spielt eine große Rolle in meiner Köderbox. Sollte darauf einmal garnichts gehen, können Sie es auch mal mit einem reinweißen Köder, oder einem Braunton versuchen. Auch Glitter ist immer ein Garant für gute Fänge.
Ob Sie es mit den modernen amerikanischen Methoden, wie zum Beispiel dem Dropshot-Rig, oder herkömmlichen Methoden versuchen, ist Ihre Geschmackssache, ich fische am liebsten mit Gummifischen wie dem Kopyto Original, dem
Kopyto River, oder auch ganz besonders gern mit
Killer Shads, oder mit Wobblern auf die kleinen gierigen Räuber - im Übrigen zumeist mit der gleichen Größe,
oder maximal eine Nummer kleiner, als meine Zanderköder, denn damit hole ich mir die Großen!
Noch ein Tipp zum Schluss: Wenn Barsche im Schwarm rauben, drücken sie ihre Beute an die Wasseroberfläche. Dabei verraten sie sich auf zweierlei Weise, zum Einen spritzen flüchtende Kleinfische in Panik regelrecht aus dem Wasser, zum Anderen werden dadurch auch Möwen angelockt, die sich einen Teil der Beute sichern wollen. Gerade in den Abendstunden können Sie auf diese Art und Weise nicht nur eine Adrenalin geladene Angelei, sondern auch Sternstunden erleben.