Die Räuber beißen
Barsche und Zander zum Start in den November
Von Tom Dörner
09.11.2009 Duisburg - Nach dem goldenen Oktober sollte es zum Start in den November am vergangenen Wochenende gleich wieder für zwei Tage ans Wasser in den Duisburger Hafen und an den Niederrhein gehen. Nach den Regenfällen in den vergangenen Tagen gingen die Pegelstände endlich mal wieder nach oben und so startete ich mit Angelfreund Gordon am Samstag frohen Mutes gegen Mittag zu einer Hafentour.

Das Wetter kam uns für die Raubfischangelei sehr entgegen, es war den gesamten Tag über trüb und bedeckt, genau die richtigen Vorraussetzungen, um es auf empfindliche Glasaugen zu versuchen.
Zunächst hatten wir es gezielt auf Barsche abgesehen und so versuchten wir unser Glück zu Beginn in den inneren Hafenbereichen, in der Hoffnung, dass das angestiegene Wasser die gestreiften Räuber in die ruhigen Bereiche drückt.
Und mit dieser Vermutung lagen wir genau richtig. Direkt beim zweiten Wurf gab es einen heftigen Ruck in der Rute - Anhieb - sitzt!

Nach kurzem Drill zeigte sich der erste schöne Räuber an der Wasseroberfläche.
Doch dabei sollte es nicht beiben, denn bereits nach wenigen Würfen klingelte es schon wieder. Nach ganz kurzer Zeit konnte ich bereits den zweiten schönen Barsch in die Kamera halten.

Nun war auch Gordons Jagdinstinkt geweckt und auch er wollte nun unbedingt seinen ersten Perca erwischen. Es ging Schlag auf Schlag. Immer wieder erhielten wir jetzt sehr ruppige Bisse und nach einigen Anfassern konnte auch er ein zwar kleines, aber wunderschön gezeichnetes Exemplar auf die Schuppen legen.
Als erfolgreiche Köder erwiesen sich typische Barschköder wie der Kopyto Original in 3 Zoll, oder meine neue "Geheimwaffe", der Killer Shad.
Und noch immer bissen die Fische. Wir konnten noch einige weitere Barsche landen, der größte brachte 40cm ans Maßband und einige weitere knapp gehakte Fische gingen im Drill verloren.

Plötzlich gab es wieder einen heftigen Schlag in meiner Rute und ich hoffte bereits auf einen kapitalen Barsch, der sich dann jedoch als Zander entpuppte, der meinen Köder zum Fressen gern hatte.
Da wir durch die vielen Bisse schon länger als geplant an der Stelle waren, beließen wir es dabei und zogen weiter an den Mündungsbereich, um es jetzt gezielt auf die größeren Stachelritter zu probieren und um noch den ein oder anderen Zander zu verhaften.

Und auch hier ließen die Glasaugen nicht lange auf sich warten und das erste Exemplar ließ sich zu einem kurzen Landgang überreden.
Schonend durfte auch an dieser Stelle der ein oder andere Gestreifte wieder zurück in sein nasses Element.

Besonders perlfarbene Kopyto River brachten die Fische nun ans Band und einige weitere attackierten zwar den Köder, konnten aber im angetrübten Wasser nicht gelandet werden. Vor allem Angelfreund Gordon klebte das Pech zeitweilen regelrecht an den Fingern, denn immer wieder hatte er gute Fischkontakte, doch die Zander blieben vorerst Sieger.

Und so war es dann wieder mein perl-schwarzer Gufi, der den Weg in das nächste Zandermaul fand und ich sagte "vielen Dank für den Fototermin".
Und auch hier ging das Beißen und Fangen weiter, nur wenig später hatte ich endlich einen etwas besseren Widerstand an der Rute und konnte Dank Gordon, der schon mit dem Kescher bereit stand, den nächsten Zander über die Maschen ziehen.

Damit war es dann auch an dieser Stelle vorbei und wir wechselten letztmalig für diesen Tag die Stelle.
Nun gab Gordon noch einmal alles und fischte den Bereich an der Strömungskante besonders intensiv ab, schließlich hatte er noch einen Zander zu fangen.

Und auch diese Mühe sollte endlich belohnt werden, denn kurz vor Toresschluss in der Dämmerung stieg ein Zander auf seinen Kopyto ein und ich eilte schnell mit dem Spundwandkescher zur Hilfe. "Jaaaa endlich" - der Zander war gelandet.
Mit einem Grinsen im Gesicht packten wir ein und fuhren mit einem zweistelligen Fangergebnis zufrieden nach Hause.
Am Sonntag hatte ich mich mit Gast Arno aus Wesel verabredet, um den Niederrhein unsicher zu machen. Doch bereits beim Frühstück verhieß der Blick aus dem Fenster nichts Gutes. Was jeden Spaziergänger im Herbst freut, ärgert jeden Raubfischangler: Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein.
Mir wurde schnell klar, das wird kein einfacher Tag.
Und so fischten wir uns tapfer Buhne für Buhne stromaufwärts, jedoch ohne Bisse. Selbst an den tiefen Einmündungen und Strömungskanten blieben wir ohne Biss, denn die Sonneneinstrahlung war einfach zu stark für die empflindlichen Glasaugen, die es bevorzugten, lieber in der tiefen Hauptströmung Schutz zu suchen.

Und so dauerte es bis zur Dämmerung, bis Arno den ersten kleinen Erfolg vorweisen konnte.
Auch wenn es nur ein Stachelritter aus der Kinderstube ist: Bei diesen schwierigen Bedingungen zählt der doppelt! Glückwunsch zum ersten Zander des Tages.
Da sieht man mal wieder, wie schnell sich beim Zanderangeln die Bedingungen ändern, von einem Tag auf den anderen, vor allem beim Ufer-Spinnfischen.
Und während ich noch ganz in Gedanken versunken bin, kommt auch bei mir der erste Biss des Tages, den ich natürlich versemmel.
Auch im Weiteren gelingt es uns nicht mehr, einen Fisch zu verhaften. Wir bekommen zwar immer wieder mal einen zaghaften Biss, allerdings sind die Fische heute extrem vorsichtig und es bleibt keiner hängen.

Doch ganz zum Schluß sollten dann unsere Mühen noch einmal belohnt werden und es steigt doch noch ein etwas besserer Fisch ein. Arno war sofort mit dem Kescher an der etwas unzugänglichen Stelle zur Hand und gemeinsam konnten wir so noch einen Stachler vor die Kamera bringen.
Damit ging auch dieser wunderschöne Herbsttag zu Ende, lieber Arno, beim nächsten Mal fängst du den Dicken - ich freue mich schon darauf!