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Hochwasser und Hunger
Ein Wasserstandsbericht aus dem Duisburger Hafen

Von Tom Dörner

Klicken für Großansicht 03.03.2009 Duisburg - Nach den schier endlos erscheinenden Regenfällen in den letzten Tagen und Wochen ging es heute Abend spontan für ein Stündchen in den Duisburger Hafen um die (Hochwasser)-Lage am Rhein zu checken.
Zunächst wollte ich mir die äußeren Hafenbecken ansehen, doch ich musste schnell feststellen, dass diese Bereiche auf Grund des gestiegenen Wasserstands aktuell nicht mehr befischbar sind. Zum einen kam man an die meisten Stellen nicht einmal mehr heran, da die Absätze der Spundwände bereits überflutet sind und zum anderen kam noch das durch das Hochwasser mitgebrachte Treibgut hinzu, das ich immer wieder mit der Schnur regelrecht einsammelte. Außerdem strömte das Wasser doch recht stark in die Hafenbecken hinein, so dass ein kontrolliertes Fischen nicht möglich war.
Klicken für Großansicht Alles in Allem erschien mir die Lage hier recht aussichtslos und so entschied ich, tiefer in den Innenhafen hinein zu fahren. Zum einen sollte es eine Stelle sein, auf die der Strömungsdruck nicht so stark einwirkt und zum anderen musste es eine Stelle sein, an der die Spundwand so hoch war, dass man den Absatz noch betreten konnte.
Klicken für Großansicht Als ich endlich eine den Wunschkriterien entsprechende Stelle ausfindig gemacht hatte, ging der Tag bereits seinem Ende entgegen und im letzten Restlicht machte ich die ersten Würfe. Doch wie heißt es oft so schön? „Dämmerzeit ist Hämmerzeit“ und da nach dem ständig bedeckten Himmel in den letzten Wochen heute Nachmittag endlich mal wieder die Sonne schien, könnte doch in der Abenddämmerung das ein oder andere lichtempfindliche Glasauge auf Beutezug gehen?
Und so war es dann auch! Bereits nach wenigen Würfen ging der erste schöne Ü-60 Zander mit einem extrem aggressiven Biss an den Haken, dem nur wenig später ein nur unwesentlich kleineres Exemplar folgte, das seinem Vorgänger sowohl beim Biss, als auch beim Drillerlebnis in nichts nachstand.
Klicken für Großansicht Beide Fische waren Milchner, die noch nicht zum Laichgeschäft verfärbt waren. Auch wenn sich in diesem Jahr durch den langen und kalten Winter die Laichzeit nach hinten verschiebt, vermute ich die Rogner trotz des Hochwassers jetzt schon im Hauptstrom in der Nähe der Laichgebiete.
Mittlerweile zeigte sich der fast volle Mond am sternenklaren Himmel und ein kurzer, aber sehr ereignisreicher Angeltag näherte sich auch schon wieder dem Ende. Nur zu schade, dass die Pegelstände laut Vorhersage auch in den nächsten Tagen weiter deutlich ansteigen werden und das Angeln in nur ganz kurzer Zeit auch an diesem tollen Spot nicht mehr möglich sein wird – gerade jetzt wo die Stachelritter noch einmal vor der Laichzeit so richtig in Fahrt zu kommen scheinen.
Klicken für Großansicht Noch ein letztes Mal ließ ich an diesem Abend meinen Blick über die beleuchtete Hafenkulisse schweifen und dachte wieder einmal im Stillen, dass wir Angler doch das tollste Hobby haben, das es gibt.

Noch eine Bitte zum Schluss: Ich möchte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger dastehen, aber wer wie wir in NRW das Glück hat, in seinem Bundesland erst späte Zanderschonzeiten zu haben, sollte beim Fischen auf Zander und Co und ganz besonders bei verfärbten Milchnern, oder laichschweren Rognern unter hegerisch verantwortungsvollen Gesichtspunkten handeln, damit wir und die Generationen nach uns auch in der Zukunft noch viel Spaß mit unseren geliebten Stachelrittern haben werden. Das gilt natürlich auch für alle anderen Zielfischarten.