Zander und Wels zum Saisonstart am Niederrhein
…die Angelfreunde kämpfen hart um jeden Fisch
Von Tom Dörner
06.06.2009 Duisburg - Wie lautet eigentlich die genaue Definition von Sucht? Recherchiert man in diversen Wikis, findet man folgende Definition: „Abhängigkeit von Substanzen oder Tätigkeiten; starkes Verlangen etwas zu tun“.
Besser könnte man die Ausgangssituation gar nicht beschreiben, als sich die Angelfreunde zum ersten Gemeinschaftsfischen nach der Schonzeit und zum Start in die neue Raubfischsaison trafen, um den Duisburger Hafen und den Niederrhein unsicher zu machen.
Stark abhängig von Gummifischen und Kunstködern, mit dem dringenden Verlangen nach der Tätigkeit des Spinnfischens und einer unglaublichen Abhängigkeit nach Zandern konnten wir es kaum noch aushalten, bis die langen zwei Monate der Zanderschonzeit endlich vorbei waren. Am 01.06. durften wir endlich wieder ans Wasser um Kammschupper zum Landgang zu überreden!
Daher war es nicht erstaunlich, dass sich gleich ein dutzend Petrijünger an unserem ersten Treffpunkt, dem Eisenbahnhafen einfanden, um bis in die Rutenspitzen motiviert die Gummifische durch die Luft Richtung Fisch fliegen zu lassen. Angelfreund Dörg war sogar schon seit Sonnenaufgang am Wasser, die Tatsache dass er noch keinen Fisch verhaften konnte, war jedoch nicht das beste Zeichen und schnell kündigte sich an, dass der Saisonstart in diesem Jahr alles andere als einfach werden sollte.
Die Kombination aus extrem klaren Himmel, Sonnenschein, kräftigem Nordwind und für den Rhein verhältnismäßig klarem Wasser, sollte es uns nicht einfach machen - wie sich in den Tagen darauf herausstellte, bissen die Zander aber deutschlandweit nicht besonders gut.

Nach unserem Start am Eisenbahnhafen und einem erfolglosen Versuch am Hafenkanal, entschloss ich mich, die Gruppe an die Ruhrmündung und das vielversprechende Buhnenfeld davor zu führen und es direkt im Rhein zu versuchen. Eine Entscheidung, die uns zumindest den größten Zander des Tages bringen sollte. Sportfreund Bernd, der bereits beim gemeinsamen „Abangeln“ am letzten Tag vor der Schonzeit einen schönen Zander verhaften konnte, frotzelte bereits den ganzen Vormittag, dass er auch den ersten Fisch der Saison anlanden würde und tatsächlich war er es, der die Gruppe um Punkt 13 Uhr entschneiderte.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht präsentierte er stolz seinen 63er Milchner, der noch immer auffällig dunkel gezeichnet war, ein Indiz dafür, dass die größeren Fische mit ihrem Laichgeschäft nach dem langen Winter in diesem Jahr noch nicht ganz durch sind.
Jedenfalls brachte uns dieser Fisch neue Motivation und nach einer Weile ohne weitere Bisse wollten wir es noch einmal an einem sehr weitläufigen Buhnenfeld weiter stromab versuchen. Und wieder dauerte es recht lange, bis auch ich mich nach einigen sehr spitzen Fehlbissen über einen kleinen Stachelritter freuen durfte. Die Freude darüber war dann aber umso größer, denn jeder Fisch an diesem Tag musste durch viel Strecke hart erlaufen und durch viele Würfe hart erarbeitet werden. Wer sagt eigentlich, dass die Meerforelle der Fisch der 1000 Würfe ist?

Nach einer weiteren Weile kristallisierte sich dann der „harte Kern“ der Gruppe heraus, der Buhnenfeld für Buhnenfeld abarbeitete und zu guter Letzt war es dann Gordon, der den nächsten Fisch quasi auf Ansage drillte. Zunächst wechselte er auf einen weißen 4er Kopyto und sagte noch „damit fange ich jetzt einen Großen“ und nur wenig später schlug es recht heftig in seiner Rute ein. Zunächst glaubten wir an einen kapitalen Zander, doch schnell wurde klar, dass dort am anderen Ende der Schnur etwas anderes kämpfte.

Als der Fisch im Drill dann das erste Mal die Wasserfläche durchbrach, riefen wir gemeinsam „Waller“ und ein heißer Tanz am leichten Gerät begann, in dem der Fisch sogar den Köder aus dem Maul schleudern konnte. Doch der Zusatzdrilling saß sicher im Maulwinkel und so konnte Gordon den Fisch des Tages sicher landen und nur kurze Zeit später für einen kurzen Fototermin vor die Linse der Kamera bitten. Ein 67er Wels auf Gummi!

Das Highlight des Tages war dann auch zugleich der Schlusspunkt, denn auch weitere Stellenwechsel und eine Rückkehr an die Erfolgsstelle des Mittags sollten keine weiteren Bisse mehr bringen. Auch wenn wir gerne noch den ein oder anderen Fisch mehr gefangen hätten, war es doch ein sehr gelungener Auftakt in die neue Saison, für den ich mich bei allen Teilnehmern sehr herzlich bedanken möchte. Ihr wart wie immer eine tolle Truppe und ich freue mich schon auf die nächsten gemeinsamen Ausflüge mit den Angelfreunden am Wasser.