Schluss-Akkord im Duisburger Hafen
Und noch einmal gab es schöne Stachelritter kurz vor Beginn der Schonzeit
Von Tom Dörner

06.04.2009 Duisburg - Das Saisonende nahte und so kam es, dass die letzten fünf Tage vor dem Beginn der Schonzeit noch einmal auf Zander gefischt wurde, was das Zeug hält.
Los ging es nach der Arbeit am Freitag, den 27.03.09, doch wir merkten schnell, dass das Wetter hin und her in den letzten Tagen und der stark steigende Wasserstand das Angeln nicht leicht machen sollten. Dennoch waren Dörg, Norbert, Stefan und ich guter Dinge und so fischten wir nacheinander Spot für Spot ab, jedoch ohne Erfolg. Zur Abenddämmerung entschied ich mich für die Jokerstelle der letzten Tage, an der ich zur Rettung des Tages noch einen kleineren Stachelritter verhaften konnte.

Am Samstag war ich zunächst Top motiviert, doch als ich den ersten Blick aus dem Fenster gewagt hatte, war ich geschockt. Das Thermometer zeigte einen ziemlichen Temperatursturz an und draußen war ein heftiger Wind aufgezogen. Kalendarisch bewegten wir uns zwar noch im März, beim Blick vor die Tür konnte man aber schon den Eindruck haben, dass es bereits April wäre, so wechselhaft präsentierte sich das Wetter. Zum späten Nachmittag zog es Gordon und mich jedoch trotz der widrigen Umstände ans Wasser. Wir machten an den besten Spots der letzten Tage ein paar Würfe, aber wir mussten schnell einsehen, dass die Angelei heute wirklich nicht besonders aussichtsreich ist. Also entschlossen wir uns, die Strömungskante an einem abgelegeneren Bereich zu erkunden. Allerdings auch hier das gleiche Bild: Ein viel zu starker Wind und der stark gestiegene Wasserstand haben das Werfen und die Köderkontrolle quasi unmöglich gemacht und wir traten den Rückweg an.
Am Sonntag dann trat endlich die erhoffte Wetterbesserung ein, auch wenn der Wasserstand jetzt immer höher wurde, sahen die Verhältnisse nicht schlecht aus. Zunächst zögerte Gordon noch und wollte eigentlich den langen Weg nach Duisburg nicht antreten, jedoch rang er sich letztlich doch noch durch und begab sich auf den Weg, eine Entscheidung, die er nicht bereuen sollte.

Mich hielt es in der Zwischenzeit nicht mehr zu Hause auf dem Sofa und ich fuhr bereits am frühen Nachmittag los, um die Lage zu checken. Im Hafenkanal wurde ich dann auch schnell mit einem schönen 53er Rogner belohnt, den ich sofort sehr schonend behandelte.
Die Tatsache, dass nun auch die Laichfische so tief im Hafen standen zeigte, dass sich doch mehr Fische, als erwartet recht tief im Hafen aufhielten, um sich vor der starken Strömung zu schützen.
Also schlug ich Gordon vor ein Hafenbecken zu befischen, das recht weit im Hafeninneren lag und in das sich die Fische ins ruhige Wasser zurückziehen konnten. Eine Entscheidung, die sich als goldrichtig herausstellen sollte!

Kaum war Gordon am Wasser, konnte er nämlich schon seinen ersten Mittfünfziger Zander verhaften.
Es folgten einige Fehlbisse von sehr aggressiv beißenden Fischen. Inzwischen traf auch Stefan ein, heute nicht zum Angeln, sondern zum Fotografieren. Schließlich wollte Stefan für seine Fisch&Fang-Fotostory noch ein paar Fotos im Drill machen.
Und so kam Stefan auch genau richtig, um Gordons nächsten Fang im Drill und bei der Landung abzulichten. Nur kurze Zeit später konnte Gordon den nächsten Ü50er stolz vor die Linse halten.

Jetzt bissen die Fische richtig aggressiv und auch ich konnte ein kleineres Glasauge zum Landgang überreden, welches zum Laichgeschäft bereits pechschwarz gefärbt war.
Schonend zurückgesetzt durfte der Zander schnell wieder den Rückweg in sein Element antreten.
Zum Abschluss war es dann noch einmal Gordon, der den insgesamt fünften Zander des Nachmittags auf die Schuppen legen konnte.
Mittlerweile präsentierte sich die Sonne in einem wunderschönen Abendrot,

wir ließen den Tag ausklingen und Gordon trat mit einem Fangergebnis von drei prächtigen Zandern und einem breiten Grinsen im Gesicht den Heimweg an. So soll es sein, es freute mich ungemein, dass Gordon den bislang erfolgreichsten Zander-Fangtag überhaupt erleben durfte.
Parallel war übrigens auch Angelfreund Norbert mit seiner kleinen Tochter Merle im Hafen unterwegs und die beiden erhielten ebenfalls einige schöne Bisse, von denen jedoch leider kein Fisch hängen blieb. Den Bericht dazu findet ihr
hier.
Noch vollkommen vom tollen Angelerlebnis des Vortags gefesselt, wollte ich Montag nach der Arbeit schnellstmöglich in den Hafen fahren. Angelfreund Tim war zu dieser Zeit schon vor Ort, leider ging bei ihm ein schöner Stachelritter im Drill verloren.
Mich zog es noch einmal zur Fangstelle vom Vortag und ich konnte dort noch einmal einen stark verfärbten 51er Milchner verhaften. Allerdings war das Angeln an dieser Stelle so gut wie nicht mehr möglich, da der Wind eine Menge Unrat in das Hafenbecken getrieben hatte. Für heute wollte ich es daher dabei belassen.
Schließlich sollte es am letzten Tag vor der Schonzeit, am Dienstag noch einmal richtig rundgehen. Dafür nahm ich mir extra einen halben Tag frei und fuhr nach der Arbeit so schnell es ging in den Hafen. Dort waren bereits die Angelfreunde Norbert und Merle, Bernd und Friedhelm, sowie Dörg vor Ort, später kam auch noch Tim dazu, um an unserem gemeinsamen „Abangeln“ teilzunehmen.
Ich kam gerade noch rechtzeitig um zu sehen, wie Bernd einen Zander ganz kurz vor der Landung im Drill verlor.

Danach ging lange Zeit nichts mehr, eigentlich hätten wir die Stelle wechseln müssen, um bessere Fangchancen zu haben und um die Fische aktiv zu suchen. Da die meisten Stellen auf Grund des hohen Wasserstands aber nicht mehr begehbar waren und da an unserem letzten gemeinsamen Angeltag der Zandersaison das gemeinsame Fischen im Vordergrund stand, entschlossen wir uns, den Tag an dieser Stelle auszufischen und Angelfreund Bernd wurde dann doch noch belohnt.
Er erhielt kurz vor dem Herausheben des Gummifischs direkt an der Spundwand einen knallharten Biss und nach einem kurzen, aber heftigen Drill konnte der stolze Fänger seinen 58er Zander strahlend in die Linse halten.
Ein wirklich gelungener Abschluss dieses Angeltags und niemand hätte seinen Fisch mehr verdient als Bernd an diesem Tag!

Auch wenn wir zum Saisonende keine großen Fische mehr fangen konnten, da diese bereits zum Laichen im Hauptstrom standen und auch wenn uns das wechselhafte Wetter und der extrem hohe Wasserstand überhaupt nicht freundlich gesonnen waren, so gab es noch einmal ein paar wirklich schöne Fische und wir hatten vor allem tolle Angelerlebnisse.
Bereits jetzt freuen wir uns schon auf den Saisonbeginn am 1. Juni und dann holen wir uns die Großen!