Zu Gast an der Sechs Seen Platte in Duisburg
Eröffnung der neuen Raubfischsaison auf Meister Esox
Von Tom Dörner

02.05.2010 Duisburg - Obwohl mit der Sechs Seen Platte ein wirklich tolles Raubfischrevier direkt vor meiner Haustür liegt, bin ich in der Vergangenheit auf Grund der häufigen Fischerei am Niederrhein und im Duisburger Hafen noch nie dazu gekommen, diese Gewässer einmal mit der Spinnrute zu befischen.
Vielleicht liegt das auch an meiner besonderen Vorliebe für meinen Zielfisch Nummer eins, den Zander, denn das Seen-System verfügt vor allem über einen hervorragenden Hechtbestand. Nichts desto trotz wollte ich diesem Gewässer schon seit Längerem mal einen Besuch abstatten und welcher Termin läge dafür näher als das Ende der Hecht-Schonzeit und damit die Saisoneröffnung auf Meister Esox?!

Aus diesem Grunde ging es gestern mit Angelfreund Peter endlich los, um den Hechten nachzustellen.
Bei der „Wahl der Waffen“ legte sich Peter auf seine Jerk-Ausrüstung fest, ich wollte es „ganz klassisch“ mit Hechtwobblern an der Spinnrute versuchen. Bei Peter dominierten Jerkbaits, vor allem in den Dekors Barsch und Hecht, sowie in ein paar auffälligen Schockfarben die Köderkiste, alles Köder, die gerade jetzt im Frühjahr sehr gut funktionieren, wenn die Hechte noch in Ufernähe stehen.
Das Frühjahr ist quasi für den Gastangler auch die einzig interessante Zeit, die Sechs Seen Platte zu befischen, da starke Restriktionen und eine sehr limitierende Politik der ansässigen Angelvereine das Fischen vom Boot nur für eine kleine Menge Mitglieder möglich und für den Gast komplett unmöglich macht.

Umso schöner war es daher für uns, dass wir nach einer sehr kurzen Orientierungsphase recht schnell am Wasser stehen und Peter auch gleich beim ersten Wurf einen Fischkontakt eines halbstarken Esox vermelden konnte. Der Hecht nahm den Jerkbait direkt an der Oberfläche und zeigte wütend seine Flanke. Leider ging der Fisch nach kurzem Drill verloren, doch das war doch schon mal ein toller Anfang!
Daher machten wir ordentlich Strecke und befischten einige Seen, um gute Spots zu finden. Allerdings stellten wir fest, dass wir am Vorabend lieber etwas kürzer in den Mai gefeiert hätten und besser etwas früher aufgestanden wären. Denn das schöne Wetter trieb nicht nur zahlreiche Spaziergänger, sondern auch früh morgens schon zig Angler ans Wasser, die die Gewässer mit allen möglichen Kunstködern beackerten. Fast an jeder frei zugänglichen Stelle wurden die Köder geschwungen und wir ärgerten uns ein wenig, dass wir unsere Wathosen zu Hause gelassen hatten. Beim nächsten Mal sind die auf jeden Fall dabei, um auch die nicht zugänglichen und daher weniger frequentierten Stellen zu erreichen.

Also hieß es nun die wenigen ruhigen und schattigen Plätze finden, an denen der Betrieb nicht so hoch war. An einer entsprechenden Stelle entdeckten wir perfekte Bedingungen und wir konnten einen großen Schwarm Rotaugen beobachten, unter den sich auch ein paar stattliche Barsche gemischt hatten. Der Schwarm hielt sich verdächtig nah am Ufer auf, sollte hier ein Hecht stehen?
Quasi auf Ansage schlenzte ich meinen Salmo Wobbler im Hechdekor unter einen überhängenden Baum und nur zwei Kurbelumdrehungen später krachte ein Hecht auf meinen Köder. Kraftvoll katapultierte sich der Fisch aus dem Wasser, um danach mächtig Gas zu geben, doch nach kurzem Drill konnte Peter den Fisch sicher keschern.

Zwar kein Riese, aber wunderschön gezeichnet, konnte ich den Esox wenig später zum Fototermin vor die Linse meiner Kamera bitten.
Und so kam der Angeltag doch noch zu einem erfolgreichen Ende. Wir kommen sicher noch einmal wieder, dann aber mit Wathose und wahrscheinlich eher nicht an einem Wochenende.