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6 Richtige und doch kein Millionär
Sternstunde im Duisburger Hafen

Von Tom Dörner
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01.02.2009 Duisburg - Ganz Deutschland ist momentan im Lottofieber und hofft auf 6 Richtige. Auch ich nehme mir immer wieder vor Lotto zu spielen, gebe dann aber meistens doch keinen Schein ab. Lieber nutze ich meine freie Zeit für einen Angeltrip und so sollte es auch heute wieder in den Duisburger Hafen gehen, um die Zander zu ärgern.
Doch wie das meistens so ist, unter der Woche ist ideales Wetter und am Wochenende prüft Petrus uns Angler mit kräftigen Minusgraden und eisigem Wind.
Klicken für Großansicht Doch wie sagt man so schön, es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Und so stehe ich, dick eingepackt in die wärmsten Klamotten die ich finden konnte am Wasser, den böigen Eiswind aus Nord-Ost im Gesicht. Während ich meinen Gummifisch mit aller Kraft gegen den Wind hinaus an die Strömungskante feuere, stelle ich mir vor, wie schön es doch wäre, mit meinen Lottomillionen die Wirtschaft anzukurbeln und überlege, wo überall ich in der Welt mit meinem Gewinn fischen könnte.
Doch da, war das nicht gerade ein „Tock“? Meinen Finger an der Schnur spüre ich kaum noch vor Kälte, doch das war gerade definitiv ein Biss. Aus den Träumen gerissen lasse ich meine Rute ruckartig nach oben schnellen. Anhieb – sitzt.
Klicken für Großansicht Am anderen Ende der Schnur merke ich sofort anhand der typischen Kopfstöße, das ist ein Zander und zwar kein schlechter. Nach nur kurzer Zeit bitte ich den fast 60cm großen Stachelritter zum Fototermin an Land und nun läuft, wie bei der samstagabendlichen Ziehung der Kugeln, alles ganz automatisch ab.
Immer wieder fliegt mein Gummifisch Richtung Strömungskante, hier rauben die Zander gerade aktiv und ein Fisch nach dem anderen fällt jetzt auf meinen Köder herein. Mit Einsetzen der Dämmerung wird es allerdings schlagartig so kalt, dass mir die Schnur in den Ringen festfriert und genau so schnell, wie alles angefangen hat, ist der Spuk nun auch wieder vorbei.
Klicken für Großansicht Noch immer kann ich mein Glück kaum fassen, in der letzten Stunde waren es genau 6 Zander, die meiner Glücksfee, einem Kopyto in klarglitter nicht widerstehen konnten.
Erst jetzt merke ich wieder, wie kalt es heute eigentlich ist und während ich mit fast tauben Händen meine Tasche packe und mich zurück auf den Weg zu meinem Auto mache, freue ich mich über diesen tollen Angeltag und meine 6 Richtigen!

So lange ich solche Sternstunden am Wasser erleben darf, benötige ich wirklich keine Millionengewinne, aber wer weiß, vielleicht sollte ich bei meinem Glück demnächst doch mal einen Lottoschein ausfüllen.